10 Tage Marokko – Eine Schatztruhe voller Erlebnisse

10 Tage Marokko – Eine Schatztruhe voller Erlebnisse

Casablanca erschlägt mit seiner schieren Größe – wer hätte erwartet, dass die Stadt von Humphrey Bogart heute 6 Mio. Einwohner aufweist. Die einzige Moschee, die wir Ungläubigen (auch die Weiblichen) besuchen dürfen, versetzt in ungläubiges Staunen durch die Größe (Platz für 100.000 Betende), die ornamentale Ausschmückung in Verbindung mit der kurzen Bauzeit  und die High-Tech-Ausstattung (das Dach lässt sich automatisch öffnen).

Rabat erleben wir leider nur im Schnelldurchlauf – und auch Fès gibt bei einem geführten Spaziergang nur einen ersten kleinen Einblick….wir werden vertraut mit den Gerüchen (der strenge Geruch der Gerbereien mischt sich mit dem Geruch frisch gebackenen Brotes und des Gewürzstandes), der Enge der Gässchen, der ruppigen „Aus dem Weg-Rufe“ von hinten (zu bevorzugen vor dem lautstarken Hochziehen der Nasenflüssigkeit das in einen Husten übergeht, der stark an offene TB erinnert), dem bunten Treiben und dem vielfältigen Warenangebot, das insistierend angeboten wird.

Erst in Marrakech bleibt Zeit, den Orient zu erspüren, alleine durch den Souk und die angrenzenden Gässchen zu schlendern, sich treiben zu lassen, in den Alltag der Bewohner einzutauchen, sich über die unverschämten Touristenpreise zu ärgern, das Feilschen anzuwenden, das Spiel zwischen Ignorieren, Indignation und Interesse, das Markttreiben voll und ganz in sich aufzunehmen… und dann den täglichen Zuckerbedarf mit einem Gläschen gesüßtem Minztee und Gazellenhörnchen auf einer Dachterrasse mit Blick über die Dächer der Stadt zu decken und einfach zu genießen.

Unverfälschtes Marokko erleben wir bei einem Besuch in einem echten, noch in Betrieb stehenden, Hamam – einem öffentlichen Badehaus. Es ist Frauenzeit… und die Marokkanerinnen haben offensichtlich großes Vergnügen an uns 7 Europäerinnen, die nackig dastehen wie bestellt und nicht abgeholt und so gar keinen Plan haben. Doch dann nimmt man uns an der Hand. Wir werden geschrubbt, dass mindestens 3 Hautschichten abfallen, gepeelt, geölt, geknetet und begossen. Eine grandiose Erfahrung, die, Überraschung, mit einem Minztee im Ruheraum und einer Tanzeinlage mit den marokkanischen Hamamdamen endet. So muss ein arabischer Mädelsnachmittag aussehen…

Und dann der Atlas und die Wüste. Grüne Oasen in roten Sandsteinbergen. Steinfinger im Dadestal. Mächtige Schluchten, enge Bergstraßen, dann wieder trockene Geröllwüste an deren Ende sich schneebedeckte Gipfel erheben und wo das Auge maximal an einer kreuzenden Kamelherde hängen bleibt. Natur pur – meditativer Blick über Steppe, Gebirge und Sanddünen – das Farbenspiel je nach Lichteinfall am unterschiedlichen Gestein des Atlas und in den Sanddünen von Erg Chebbi. Weite. Ruhe. Ankommen. Sonnenuntergang auf dem Dünenkamm. Eins sein mit sich und der Umgebung.

Und dann sind da noch die Menschen, die diese Reise zu etwas Besonderem machen…erstaunlich (welt-)offen, meist ein neugieriges freundliches Lächeln im Gesicht, vielsprachig und kommunikativ, sehr geschäftstüchtig und oft gerissene Spitzbuben, gezeichnet von den oft einfachen Verhältnissen und „trotzdem“ fröhlich, charismatisch und beeindruckend.

Eine Schatztruhe voller Erinnerungen, Erlebnisse und Eindrücke, die einen entführt – raus aus dem Alltag, hinein in eine fremde Welt.